Pressemitteilung:
Aachener Forum für Gemeinsame Europäische Sicherheits- und Verteidigungspolitik
Teilnahme am Aachener Forum
Am 19. November fand das erste Aachener Forum für Gemeinsame Europäische Sicherheits- und Verteidigungspolitik statt. Hierzu versammelten sich auf Einladung der Friedrich Ebert-Stiftung, der Stadt Aachen, des Blauen Bundes und der RWTH, unterstützt von der CAE Elektronik GmbH hochrangige Vertreter aus Politik, Militär, Wissenschaft und Wirtschaft im Krönungssaal der Stadt Aachen.Die Teilnehmer des zweiten Panels zum Thema „Gemeinsame Europäische Streitkräfte – Chance oder Utopie?“ beleuchtete das Problem der militärischen Kooperation vor dem Hintergrund persönlicher Erfahrungen. Der Moderator H.J. Schaprian fragte, wie es – unter den „düsteren Vorzeichen“ des britisch-französischen Verteidigungspakts – heute um die Chancen einer militärischen Integration bestellt sei. Antworten lieferten Michael Groschek (MdB, Mitglied im Verteidigungsausschuss), Ton van Loon (Lieutnant General, Kommandierender General des Deutsch-Niederländischen Korps), Bernhard Gertz (Oberst a.D., Vizepräsident der European Organization of Military Associations), Walter Ohm (Brigadegeneral, Vorsitzender Blauer Bund e.V.) und Ulrich Aderhold (Geschäftsführer der CAE Elektronik GmbH).
Michael Groschek wies u.a. auf den deutschen Vertrauensverlust in der Sicherheitspolitik hin. In der britisch-französischen Verteidigungskooperation von 2010 sehe er eine „tragische Entwicklung für die GSVP“. Jeder substantielle Schritt nach vorn, so Groschek, könne nur in einer „Koalition der Willigen“ zwischen Frankreich, Deutschland und Polen gelingen. Erschreckend sei es daher auch, dass der hohe finanzielle Druck bisher keine Beschleunigung der sicherheitspolitischen Integration erzeugt habe. In Bezug auf die Entwicklung der wehrtechnischen Industrie sprach Groschek von der Notwendigkeit entscheidende Kompetenzen der Industrie zu erhalten, um Abhängigkeiten zu vermeiden. In seinem Fazit warb er dafür, notfalls ein „Europa der zwei Geschwindigkeiten“ zu akzeptieren. Entscheidend sei die deutsch-französische Kooperation. Wenn diese stimme, gehe es nach vorn.


